| Kapitel Drei |
Die Verwandlung |
Eckankar wächst
Viele gründen religiöse Gruppen, um Steuerzahlungen zu
umgehen. Gott hat keine steuerfreien Gesellschaften ins Leben gerufen,
warum sollte ich es dann tun? Wenn Eck sich nicht um selbst
kümmern kann, dann wird es auch anderen nicht viel nützen.
[Paul Twitchell, 1967, Ibid., Seite 70]
Nach seinem ersten Vortrag und der Bearbeitung seiner Kurse per Post,
begann Twitchell eine große Anhängerschaft anzuziehen. Der
starke Zustrom von Suchern und das Geld das sie mitbrachten,
veranlasste Twitchell dazu, Eckankar in Nevada als Unternehmen
eintragen zu lassen. Twitchell hatte zuvor das ursprüngliche
Zentrum von San Diego, California nach Las Vegas, Nevada verlegt, um
den hohen Steuern zu entkommen. Auf Steigers Frage hinsichtlich
Eckankars Geschäftsstatus antwortete Twitchell:
Ich führe Eckankar nicht als eine allgemeinnützige
Organisation. Die meisten, die in dieser Branche tätig sind,
benutzen die Provisionen aus religiösen allgemeinnützigen
Organisationen, um die Steuern zu umgehen. Eckankar ist in Nevada als
Unternehmen eingetragen. Ich tue dies, weil ich es mehr als angemessen
empfinde, meinen eigenen Weg zu gehen, als mich unter den Schutz der
Steuerentlastung zu stellen. Es ist natürlich hart, aber ich werde
es schon schaffen.
[Ibid., Seite 69]
Doch Twitchells Einstellung änderte sich bald. Später, unter
dem Druck der Vorstandsmitglieder wurde Eckankar in eine
allgemeinnützige Organisation umgewandelt. Dem Vorstand
gehörten Dr. Bluth und Dr. Wiggelsworth an.
Außer den Briefkursen und ausgewählten Annoncen brachte
Twitchell eine Reihe von Büchern über Eckankar heraus und
schrieb sogar einen Leitartikel für den New Cosmic Star.
Twitchells erste drei Bücher "The Tiger's Fang", "The Flute of
God" und "An Introduction to Eckankar" schienen sich gut zu verkaufen.
Jedoch erst Steigers Kapitel in "Enigma of Reincarnation" (1967) machte
Twitchells Namen einer breiteren Leserschaft bekannt. Steiger erhielt
sehr viele Anfragen von seinen Lesern, bezüglich der zwei Kapitel,
die er über Twitchell geschrieben hatte. Kurz darauf schrieb
Steiger Pauls offizielle Biographie "In meiner Seele bin ich frei"
(Lancer Books, Inc.)
Später hatte Twitchell vertragliche Schwierigkeiten mit Lancer
Books, Inc. Anscheinend hatte er Tantiemen für nur 25.000
Bücher erhalten, obwohl Lancer Books bereits 100.000 Exemplare
verkauft hatte. Lancer Books ging in Konkurs.
Twitchell und Eckankar brachten inzwischen Gewinn. Die Biographie "In
meiner Seele bin ich frei" und Twitchells eigenes Werk "Eckankar,
Schlüssel zu geheimen Welten" wurden Bestseller bei Lancer Books.
Twitchell und Eckankar hatten tatsächlich das Interesse der
Öffentlichkeit geweckt. Sogar das Look Magazine schrieb einen
kurzen Artikel über Twitchell als "Führende Autorität
von Eckankar --Der uralten Lehre des Seelenreisens".
Laut Brad Steiger (persönliches Telefongespräch mit David
Lane) benutzte Paul aus dem Zusammenhang gerissene Zitate von "Look".
"Look" machte sich über Twitchell und seiner "Eck"-Gemeinschaft
lustig und bezeichnete Twitchell als "Der Welt führende
Autorität in Sachen Seelenreisen".
Jim Peebles in seinem Schreiben über das rasante Anwachsen von
Eckankar in Amerika:
Seit den Anfängen von Eckankar, als Twitchell die
monatlichen Kurse schrieb, hat sich die Bewegung schnell
vergrößert, und so wuchs auch Pauls Bedürfnis, seine
Lehre schriftlich zu verbreiten. Seit der Publikation von "Der Zahn des
Tigers" 1965 und Pauls Tod 1971 hatte er zwanzig Texte, sieben
komplette Kursserien, Kursserien für Kinder, einen monatlichen
Newsletter (Weisheitsnotizen) für seine Chelas, eine Anzahl von
Vorträgen und zahlreiche Artikel für verschiedene
Eckankar-Publikationen verfasst.
[Jim Peebles, op. cit., Seite 11]
Das schnelle Anwachsen von Eckankar hat drei Gründe:
- Twitchells monatliche Kurse per Post, für die er in okkulten
und religiösen Verkaufsstellen warb
- Twitchells unbeschreibliches Charisma
- die Zeit, in der sich Eckankar entwickelte.
Die späten 60er Jahre waren eine Zeit, in der eine hohe
Unzufriedenheit in der amerikanischen Bevölkerung herrschte.
Eckankar wurde in einer Zeit gegründet, als sich in bestimmten
Schichten der Gesellschaft eine wachsende Enttäuschung
gegenüber den orthodoxen Religionen breitmachte. Die rebellierende
Jugend wandte sich dem Osten zu. Mystizismus, Yoga und Zen waren "in".
Eckankar jedoch war anders. Es hatte einen einzigartigen Standpunkt
gegenüber den östlichen Lehren, was Karma, Shabd Yoga und
Reinkarnation betraf und war im Wesentlichen dennoch westlich
orientiert. Für viele bot Eckankar die einzig wahre Lösung
für ihre Probleme an. Die 60er Jahre waren letztendlich eine Zeit,
in der sich das Denken revolutionierte. Eckankar bot solche neuen Wege
an - eine Entdeckungsreise zu höheren Bewusstseinsstufen.