Mahanta
Zentrales Konzept in Eckankar
ist der Mahanta, der Lebende Eck-Meister.
Er ist laut Eck-Dictionary
... ein Zustand des Gottbewusstseins, der über jeden Titel,
den Religionen vergeben, um Bewusstseinszustände zu bezeichnen,
hinausgeht; der höchste aller Bewusstseinszustände.
In den vorhergehenden Seiten über die Geschichte von Eckankar geht
hervor, dass Eckankar von
Paul Twitchell auf
Betreiben seiner Frau Gail
gegründet wurde. Um sich selbst als Meister zu legitimieren, schuf
er eine Reihe von Eck-Meistern und stattete diese mit umfangreichen
Details aus. Er erfand den Stab
der Eck-Macht, welchen er von seinem
fiktiven Vorgänger Sudar Singh bekommen haben sollte. Darauf
berufen sich auch seine Nachfolger, Darwin Gross und Harold Klemp. Um
sich gegenüber seinen Vorgängern besser darzustellen, wurde
behauptet, dass nur sehr wenige der Eck-Meister auch das
Mahanta-Bewusstsein
hätten. Um sich von möglichen Nachfolgern
zu distanzieren, behauptete der jetzige Lebende Eck-Meister Harold
Klemp vor einigen Jahren in einer Weisheitsnotiz in der Mystic World,
dass die nächsten 4 Eck-Meister nicht das
Mahanta-Bewusstsein
hätten. Er begründete dies mit dem
allgemeinen Bewusstsein der Menschen. (Auch Mohamed
sah sich als letzter in einer Linie von Propheten).
Wenn man das Leben von Paul
Twitchell und Darwin Gross
studiert bzw.
den Nachfolgekampf zwischen Darwin
Gross und Harold Klemp
und die
dazugehörigen Gerichtsprotokolle, kann von Gottmenschen nicht
gesprochen werden (Beispiele für Paul Twitchell sind auf den
vorhergehenden Seiten ersichtlich, der Nachfolgekampf zwischen Darwin
Gross und Harold Klemp
wird zu einem späteren Zeitpunkt separat
behandelt werden).
Im Traumzustand ist der Mahanta
als der Traummeister bekannt, welcher
die Kontrolle und Führung der inneren Welten übernimmt. Das
Shariyat II, S 60
beschreibt:
Keinem Eck Chela wird im Schlafzustand Freiheit gewährt,
denn er muss vom Lebenden Eck Meister durch die Ebenen der Träume
geführt werden ...
Harold Klemp lehnte
einerseits die Verehrung ab, andererseits
verstärkte er diese. Er schrieb die Traumkurse, welche in den
ersten Jahren der Mitgliedschaft studiert werden. Einerseits behauptete
er mehrmals, dass er nicht wisse, was auf den inneren Ebenen seiner
Chelas passiere, andererseits spricht er von seiner Rolle als innerer
Meister, wobei er dann auch in der Ich-Form spricht. Diese Doppelrolle
als Mensch und als Mahanta
ermöglicht ihm einen großen
Freiraum. Während früher vom Mahanta als
Bewusstseinszustand
gesprochen wurde, wird dieser Begriff immer enger mit der Person
verknüpft. In dem in den letzten Jahren geschaffenen
Führungstraining wird, entgegen früherer Übungen, nicht
mehr um die Sichtweise des Mahanta
(höchster Bewusstseinszustand) gefragt, sondern um jene von Harold Klemp und welche z. B.
seine Ziele sind. Diese Fragen werden als Teil des
Führungstrainings in die Kontemplation genommen, um sie im
Unterbewusstsein besser zu verankern.
Ein Hauptproblem des Menschen hinsichtlich seines Glaubens besteht
darin, dass er glaubt, ein Bild von Gott, welcher eigentlich
jenseits der Vorstellungen ist, zu brauchen. Laut Bibel sind
Darstellungen
Gottes verboten. Deswegen gibt es im Frühchristentum etwa bis zur
Romanik keine Bilder in den Kirchen. Im Islam ist Allah ein abstraktes
Prinzip. Deswegen sind Moscheen mit Ornamenten verziert. Diese
Lücke der Nichtdarstellung Gottes ist daher wie geschaffen, mit
dem Bild eines konkreten Meisters gefüllt zu werden. Das kommt dem
Konzept des Mahanta sehr
entgegen.